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Panel 3: Codierungen: Identität und Körper



Barbara U. Schmidt
Bereit für den Erfolg? Zur Verknüpfung von Kompetenzdiskursen und Körperkonzepten in der Technologiewerbung

Verena Kuni
„Subversive Stitching“ und „Revolutionary Knitting Circles“. Zwischen Kunst, D.I.Y.-Kultur und Aktivismus: Nähen, Sticken und Stricken im Zeitalter von Web 2.0

Dorit Margreiter und Anette Baldauf
The She Zone


Abstracts der Vorträge

Barbara U. Schmidt
Bereit für den Erfolg? Zur Verknüpfung von Kompetenzdiskursen und Körperkonzepten in der Technologiewerbung
Mit der Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien ist eine tief greifende Neustrukturierung und Bewertung von Arbeit verbunden. Geht damit auch ein Aufweichen traditioneller Zuordnungen von beruflichen Kompetenzen einher? Auf den entsprechenden Werbebildern sind in vielen Männerdomänen inzwischen aktive, selbstbewusste Frauen zu sehen, was auf Prozesse der Öffnung und Verschiebung hindeutet. Oft sind in diesen Bildern die Diskurse von Kompetenz so mit den Repräsentationsmustern der Körper verknüpft, dass professionelle Mediennutzerinnen auch weiterhin primär über ihre Geschlechtszugehörigkeit definiert werden, während sich die berufstätigen Männer über ihre Expertise auszeichnen.
Im Vortrag wird dieser Ambivalenz nachgegangen, um die generativen Muster und Regeln aufzudecken, die professionelle Mediennutzerinnen zwar zulassen, sie aber deutlich anders positionieren als ihre Kollegen.

Verena Kuni
„Subversive Stitching“ und „Revolutionary Knitting Circles“. Zwischen Kunst, D.I.Y.-Kultur und Aktivismus: Nähen, Sticken und Stricken im Zeitalter von Web 2.0
Mit Handarbeiten assoziieren die Wenigsten feministische Politik: Schließlich wurden die Nadelkünste traditionell nicht nur den „weiblich“ identifizierten Hausarbeiten zugeschlagen, sondern gehörten zudem zu einem Erziehungskomplex, mit dem es ein entsprechendes Rollenverständnis „learning by doing“ einzuüben galt. Dass Handarbeitszirkel schon früh als Ort nicht nur sozialer, sondern auch politischer Kommunikation fungierten, hat an dieser Perspektive lange Zeit ebenso wenig ändern können wie Vorstöße insbesondere seitens der feministischen Kunstwissenschaft, den ästhetischen Eigenwert von Werkstücken wider eine auch geschlechterspezifisch konfigurierte Hierarchie der Künste stark zu machen.
In jüngerer Zeit scheint sich das Blatt jedoch zu wenden – wie sich insbesondere im Radius elektronischer Medien und Netzwerke feststellen lässt. Hier erwacht nicht nur die Tradition der „Revolutionary Knitting Circles“ zu neuem Leben. Auch über D.I.Y.-Gemeinschaften, die weidlich von den Potenzialen diverser Web-Applikationen Gebrauch machen, erfahren neben Selbstgebasteltem die klassischen Handarbeitstechniken eine regelrechte Renaissance. Damit nicht genug: Während „Craftivism“ und „subversives Sticken“ den einen bereits als Kulturtechniken einer digital vernetzten, aber im Realraum agierenden Culture Jamming-Avantgarde gelten, forschen andere, inwieweit Maschenwerk geeignet ist, als „philosophisches Spielzeug“ das Denken zu trainieren und inwieweit über seine Verfertigung – „learning by doing“ – Modelle für komplexe Konzepte der Mathematik und theoretischen Physik erstellt werden können.
Bedeutet dies nun, dass die traditionelle Verortung von Handarbeit in einem von Geschlechterdichotomien geprägten Wahrnehmungs- und Wertungsraster nicht mehr greift? Wer und was sind die treibenden Kräfte bei einer etwaigen Umkodierung? Und welche Rolle kommt dabei den elektronischen Medien und Netzwerken zu?

Dorit Margreiter und Anette Baldauf
The She Zone
Im Jahr 2004, während US-amerikanische Zeitschriften die befreienden Auswirkungen verschiedener frauenspezifischer Einkaufsräume im Mittleren Osten priesen, schloss eines davon, das Einkaufszentrum She Zone, in Abu Dhabi (UAE) aufgrund mangelnden Interesses. Das Scheitern der She Zone ermöglicht eine Erforschung des Verhältnisses von Geschlecht und Shopping sowie des Status frauenspezifischer Räume im Kontext aktueller neoliberaler Ökonomien. Es bietet einen produktiven Ausgangspunkt, von dem aus die Stadt Dubai analysiert werden kann, die allgemein als Expertin für spektakuläre Verkaufsräume und als Laboratorium zukünftiger Stadtformationen bekannt ist.

Jakob Krameritsch, 22.02.07, 00:32 | Comments (0) | TrackBacks (0)

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Zeit: 10. Mai 2007: 14.00-18.30
Ort: Sitzungssaal der Akademie der bildenden Künste, Parterre links
Delta 3 - ein eStrategie-Projekt der Technischen Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien und Akademie der bildenden Künste Wien, Wien (2005 - 2007) unterstützt aus Mitteln des bm:bwk im Rahmen der Ausschreibung e-Learning / e-Teaching-Strategien an Universitäten und Fachhochschulen