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Panel 1: Technikentwicklung: Utopien, Arbeitsmarktstrukturen und gesellschaftliche Praxen



Karin Harrasser
Endstation Sehnsucht? Die Politik des Cyberfeminismus

Gabriele Winker 
Der Internet-Hype ist vorbei – was ist geblieben? Auf der Suche nach feministischen Gegenöffentlichkeiten

Christina Buder
Frauen und Informations- und Kommunikationstechnologien im globalen Süden:     Chancen und Grenzen für ein Empowerment


Abstracts der Vorträge

Karin Harrasser
Endstation Sehnsucht? Die Politik des Cyberfeminismus
Wenn es ein Gründungsdokument des Cyberfeminismus gibt, dann ist es Donna Haraways erstmals 1985 publiziertes Manifest für Cyborgs, das mit Rückbezug auf Werke feministischer Science Fiction-AutorInnen die Cyborg als eine Leitfigur des Feminismus im Zeitalter der Technowissenschaften zu installieren suchte. Das Manifest verstand sich als Dekonstruktion androzentrischer Technik- und Wissenschaftserzählungen und als eine sozialistisch-feministische Intervention im Symbolhaushalt der sich formierenden „Informationsgesellschaft“. Das Manifest operierte ganz im Trend der Zeit mit Strategien der Mehrstimmigkeit und der Hybridität. Die Figur der Cyborg versprach klassen-, rassen- oder geschlechtsbedingte Widersprüche aufzusprengen und wurde zum Leitbild eines Cyberfeminismus, der auf eine Politik der Vernetzung, der partiellen und temporären Affinitäten und nicht zuletzt auf die Aneignung digitaler Technologien durch Frauen setzte. Tatsächliche Entwicklungen im IT-Sektor und ökonomische wie politische Trends scheinen ein Scheitern dieser Politik anzuzeigen. Der Vortrag geht der Frage nach, inwiefern dies mit der Logik cyberfeministischen Denkens selbst zu tun hat, fragt aber auch danach, welche Strategien auch heute noch eine Wirksamkeit entfalten könnten.

Gabriele Winker
Der Internet-Hype ist vorbei – was ist geblieben?
Auf der Suche nach feministischen Gegenöffentlichkeiten

Nachdem sich mit der zügigen Verbreitung des Internets in der BRD weder, wie erhofft, die politische Kommunikation über feministische Anliegen deutlich verbreitert hat, noch die befürchtete weitere Ausgrenzung von Frauen aus demokratischen Prozessen eingetreten ist, wird in diesem Vortrag dargelegt, wie – weit weniger spektakulär – zahlreiche frauenpolitische Netze das Medium Internet in ihre politische Arbeit integrieren. Es wird analysiert, wie unterschiedliche Frauenorganisationen mit ihren Webauftritten versuchen, feministische Gegenöffentlichkeiten auszubauen und kritisch auf hegemoniale Öffentlichkeiten Einfluss zu nehmen. Derzeit lassen sich vier inhaltlich verschiedene Ausrichtungen frauenpolitischer Aktivitäten im Internet abgrenzen. Die Mehrheit der im Internet vertretenen Netzwerke stellen beruflich orientierte Interessengruppen, die einen liberalfeministisch ausgerichteten Gleichstellungsansatz verfolgen und das Internet primär als ein neues Verteilmedium von Informationen und zur Selbstdarstellung nutzen. Eine weitere kleinere Gruppe von Frauennetzen sind in der Beratung aktive Organisationen, die über das Netz auf ihre konkrete Unterstützungsarbeit für Frauen in besonderen Notlagen vor Ort hinweisen. Darüber hinaus gibt es einige dezidiert feministische Netzwerke, die sich über den Gleichstellungsansatz hinaus für die Abschaffung von sozial und geschlechtlich diskriminierenden Herrschaftsstrukturen einsetzen. Schließlich versuchen Cyberfeministinnen mit künstlerischen und politischen Interventionen im Internet Stereotypen von Geschlecht aufzugreifen und über Ironie, Überspitzung und Verfremdung Bedeutungsverschiebungen zu erreichen.

Christina Buder
Frauen und Informations- und Kommunikationstechnologien im globalen Süden: Chancen und Grenzen für ein Empowerment
Der Vortrag umfasst eine Auseinandersetzung mit Informations- und Kommunikationstechnologien und ihrer Bedeutung für Frauen des globalen Südens. Die ungleiche Verteilung von Wissen und Information aus entwicklungspolitischer Genderperspektive sowie der Umgang der Frauenbewegungen mit den neuen Technologien und deren Potenziale zur Verbesserung der Stellung der Frauen in ihren Gesellschaften stehen im Mittelpunkt.

Jakob Krameritsch, 23.02.07, 19:27 | Comments (0) | TrackBacks (0)

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Zeit: 22. März 2007: 14.00-18.30
Ort: Sitzungssaal der Akademie der bildenden Künste, Parterre links
Delta 3 - ein eStrategie-Projekt der Technischen Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien und Akademie der bildenden Künste Wien, Wien (2005 - 2007) unterstützt aus Mitteln des bm:bwk im Rahmen der Ausschreibung e-Learning / e-Teaching-Strategien an Universitäten und Fachhochschulen